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Mit ihren wechselnden Bands und Projekten zählt Gudrun Gut nun schon seit mehr als 30 Jahren zu den Antreiberinnen der Berliner Avantgarde, und wenn man allein mal durchzählt, wie viele Electroacts sich im vergangenen Jahr auf ihre Veröffentlichungen mit Malaria! in den 80ern bezogen haben – dann ist wohl jetzt der perfekte Moment für ein neues Soloalbum von Gudrun Gut. Mit „Moment“ schlägt sie eine Brücke von den 80ern ins Jetzt, indem sie Industrialbeats mit Techno und Coldwave mit Glitchpop verknüpft. Gut tanzt am Abgrund, wenn sie in das „Startup Loch“ blickt, und trotz des Titels bietet „Baby, I can drive my Car“ keinesfalls einen Feelgood-Kontrast: Mit der Single thematisiert sie die Tatsache, dass Frauen in Saudi-Arabien erst seit diesem Sommer Auto fahren dürfen. Und in Deutschland sollten sich nicht nur Festivalbooker ihre großartige Coverversion von Bowies „Boys keep swinging“ ganz genau anhören: „Heaven loves ya, the clouds part for ya, nothing stands in your way, when you’re a boy.“ cs